Warum CREM die Organisationsfrage mitdenken muss
Kaum ein Thema hat die Diskussion um Unternehmensimmobilien in den letzten Jahren so geprägt wie Hybrid Work. Die reflexhafte Reaktion vieler Unternehmen: eine Flächenquote. Weniger Anwesenheit, weniger Schreibtische, weniger Quadratmeter – und das Thema scheint bearbeitet.
Diese Reaktion greift zu kurz. Hybrid Work verändert nicht nur, wie viel Fläche ein Unternehmen braucht. Es verändert, wie in diesem Unternehmen gearbeitet wird.
Mehr als eine Flächenquote
Wer Hybrid Work auf eine Quadratmeterfrage reduziert, übersieht die eigentlichen Verschiebungen. Dazu zählen insbesondere:
- Zusammenarbeit und Teamlogiken,
- Führung auf Distanz,
- Arbeitgeberattraktivität und Erwartungen an den Arbeitsplatz,
- Serviceerwartungen an das Büro,
- die grundsätzliche Rolle des Büros im Unternehmen.
Keiner dieser Punkte lässt sich allein über eine Flächenreduktion beantworten. n der Organisation. Sie sagen jedoch noch nicht aus, ob CREM über die notwendigen Kompetenzen, Daten und Prozesse verfügt.
Eine Schnittstellenaufgabe für CREM
Damit wird Hybrid Work für Corporate Real Estate Management zu einer Schnittstellenaufgabe. Nutzeranforderungen entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern müssen gemeinsam mit HR, IT, Fachbereichen, Kommunikation und Mitbestimmung geklärt werden, bevor sie sich in belastbare Flächen- und Serviceentscheidungen übersetzen lassen.
Wird diese Abstimmung übersprungen, entstehen Flächenentscheidungen, die zwar schnell getroffen sind, aber an den tatsächlichen Anforderungen der Organisation vorbeigehen.
Die richtige Frage stellen
Die naheliegende Frage – Wie viel Fläche brauchen wir? – ist deshalb die falsche erste Frage. Entscheidend ist:
Welche Arbeitsumgebung unterstützt welche Form von Arbeit? Und wie flexibel muss das Portfolio auf veränderte Nutzungsmuster reagieren können?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Sie hängt vom Geschäftsmodell, von der Teamstruktur und von den Erwartungen der jeweiligen Nutzergruppen ab.
Trend oder struktureller Druck? Die Rolle des Change Driver
Nicht jedes Unternehmen, das über Hybrid Work spricht, steht auch unter echtem Anpassungsdruck. Genau hier setzt der Change Driver im Rahmen von CREM[strategy]works an: Er ordnet externe und interne Veränderungstreiber – von neuen Arbeitsformen bis zu regulatorischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen – und macht sichtbar, ob daraus tatsächlich struktureller Handlungsdruck für die eigene Organisation entsteht, oder ob ein Trend lediglich benannt, aber nicht wirklich wirksam wird.
Zwei Reaktionen, die zu kurz greifen
In der Praxis lassen sich zwei typische Reaktionen beobachten, die beide zu kurz greifen.
Die erste ist die reine Flächenreduktion: Schreibtische werden abgebaut, ohne dass geklärt ist, welche Arbeitsformen künftig tatsächlich unterstützt werden sollen. Die Fläche schrumpft, die eigentliche Organisationsfrage bleibt offen.
Die zweite ist die unreflektierte Trendübernahme: Hybrid-Work-Konzepte werden eingeführt, weil andere Unternehmen es auch tun – ohne zu prüfen, ob der eigene Kontext, das eigene Geschäftsmodell und die eigenen Nutzergruppen überhaupt denselben Anpassungsdruck erzeugen.torisch plausibel und fachlich tragfähig ist.
Zwei Reaktionen, die zu kurz greifen
Hybrid Work ist kein Flächenthema allein. Es ist eine Organisationsfrage, die Zusammenarbeit, Führung und die Rolle des Büros neu justiert. Erst wenn Geschäfts- und Nutzeranforderungen konkret sind, lassen sich Workplace, Flächenstrategie und Organisation sinnvoll weiterentwickeln.
Die falsche Hybrid-Work-Frage lautet: Wie viele Schreibtische können weg?
Die richtige lautet: Welche Arbeitsumgebung braucht unsere Organisation künftig wirklich?

